Sonntag, 10. Juli 2011

Zermatt Ultra Marathon

Am Freitagabend ging es, eine Woche nach dem Gigathlon, bereits wieder ins Wallis, dieses mal nach Zermatt. Der Zermatt Ultra Marathon, für welchen wir uns vor fast 10 Monaten angemeldet hatten, stand vor der Tür. Zum 10-jährigen Jubiläum konnten sich 600 Läufer und Läuferinnen für die Ultra-Distanz anmelden, was hiess, nach der Marathondistanz auf dem Riffelberg als Dessert noch 3,4km und 514hm hinauf bis aufs Gornergrat zu laufen. Am Freitagabend führten wir uns noch etwas Kohlenhydrate an der Pastaparty zu und entdeckten beim anschliessenden Spaziergang durchs Dorf eine Creperie, wo es noch eine feine Honig-Mandel-Crepe zur Nachspeise gab. Dann war es bereits gegen 22h und wir mussten langsam ins Bett, um wenigstens einigermassen ausgeruht am anderen Morgen am Start zu stehen, welcher für die Ultra Marathon-Läufer bereits um 8:25h in St. Niklaus erfolgte. Am Samstag klingelte der Wecker erbarmungslos um 5:30h. Zum Glück war unser Hotel Garni Testa Grigia auf den Marathon eingestellt und wir bekamen um diese Zeit schon Frühstück. Anschliessend ging es mit dem Zug runter zum Start nach St. Niklaus. Philippe und ich haben uns vor ein paar Tagen entschieden, den Marathon gemeinsam zu laufen. Philippe hatte seit dem GP Bern nur noch wenige Lauftrainings gemacht, weil er mit dem Knöchel des einen Fusses Probleme hat und auch ich war dieses Jahr nie mehr als 21km am Stück gerannt und absolvierte im Vorfeld nur gerade zwei Berglauftrainings. Wir waren also gespannt, was auf uns zukommen würde. Bei schönem Wetter erfolgte pünktlich um 8:25h unser Start. Die ersten 20km waren vergleichsweise flach und hatten nur 500hm, es ging immer wieder mal eine Stufe hoch, dann war wieder ein Stück flach und so weiter. Kurz vor Zermatt hatte es während etwa 2,5km bereits den ersten schmalen Trail, diesen hätte ich später erwartet, für mich erforderte das bereits zusätzliche Konzentration, damit ich nicht stürzte, zumal von hinten immer wieder Elite-Läufer kamen, die nach uns gestartet waren und "nur" über die regulären 42,2km liefen. Auch war es bis Zermatt recht heiss, vor allem, da wir öfters dem Sonnenhang entlang rannten. Nach ziemlich genau 2h erreichten wir Zermatt Dorf. Dort gab es eine 4km-Schlaufe, bevor dann die nächste Steigung von etwa 700hm folgte. Kurz vor Sunnegge wurde es dann wieder flacher und danach ging es sogar wieder etwas runter. Bis zur Riffelalp bei Km39 konnten wir das meiste joggend, wenn auch teilweise sehr langsam, zurücklegen und machten nur wenige Gehpausen, doch dann wurde es so steil, so dass wir fast alles zügig marschieren mussten, was auch alle anderen, welche mit uns unterwegs waren, taten. Bis zum Marathonziel auf dem Riffelberg, welches wir ziemlich genau nach 5h erreichten, konnten wir nur noch kurze Abschnitte traben. Bei Km30 hatte ich schon mal den Gedanken, bereits vorzeitig ins Ziel abzubiegen.Wir fühlten uns dann schon ziemlich ausgelaugt. Immerhin lief es uns in den Anstiegen fast besser als in den Flachpassagen, wir merkten beide, dass wir schon lange keine längeren Strecken mehr flach gelaufen sind, so war das Berghochlaufen eine willkommene Abwechslung, zwar anstrengender, aber wir brauchten andere Muskeln. Offensichtlich hatten wir genau diese beim Biken im Vinschgau trainiert. Das letzte Stück von Riffelberg auf das Gornergrat hatte es noch in sich, doch wir konnten sogar einige Teilnehmer überholen. Viele Touristen, vor allem Japaner, kamen uns auf diesem Teilstück entgegen und feuerten uns an. Nach 5h42m überquerten wir nach 45,5km und 2500hm gemeinsam die Ziellinie, wo wir als Finisher Geschenk ein tolles rotes Funktionsshirt von Jol-Sport überreicht bekamen, zudem ein Buff-Schal sowie ein kleines Lunchpaket. Der Ultra Marathon war hart aber herzlich. Es war alles sehr gut organisiert, nur der Blick aufs Matterhorn blieb uns verwehrt. Nach dem Wettkampf fuhren wir runter nach Zermatt, wo wir unseren Hunger zuerst mit einer Käse-Spinat-Crepe, anschliessend mit einen Glacé und zum z'Nacht beim Japaner stillten. Heute wollte wir unser Glück mit der Sicht auf das Matterhorn erneut versuchen und wir fuhren mit dem Gratis-Billet, welches alle Teilnehmer erhielten, nochmals mit der Bahn aufs Gornergrat, doch leider war es immer noch in Wolken verhüllt. Zum Abschluss genossen wir in der Konditorei Fuchs in Zermatt noch einen Apfelstrudel mit Glacé und Rahm, bevor wir uns auf die vierstündige Heimreise mit dem Zug machten.

Kommentare:

  1. Unglaublich, was Ihr geleistet habt! Herzliche Gratulation und gute Erholung!

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  2. Hoi zäme. Hut ab! Tolle Leistung. Man kommt ja schliesslich auch langsam ins Alter! Noch herzliche nachträglich Gratulation an Philippe zu seinem 45. Geburstag! Wie man sieht geht es auch mit 45 noch in flottem Tempo weiter. Das sieht man gerne.
    Liebe Grüsse
    Beat

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